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<title>Tretze</title>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Tretze</b> (auch <b>Neckball</b> oder <b>Esel/Schweinchen in der Mitte</b> genannt) ist ein einfaches <a href="Ballspiel" title="Ballspiel">Ballspiel</a> für mindestens drei Personen. Es wird als <a href="Kinderspiel" title="Kinderspiel">Kinderspiel</a> auf der ganzen Welt gespielt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Jemanden zu „tretzen“ bedeutet so viel wie, ihn zu necken. Das Spiel heißt so, weil die beiden Außenspieler den Innenspieler, der in der „Tretze“ gefangen ist, zum Beispiel durch Täuschungsmanöver necken können. Das Spiel hat regional unterschiedliche Namen, zum Beispiel „<i>Tratze</i>“, „<i>Schweinchen in der Mitte</i>“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, „<i>Neckball</i>“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, „<i>Dummer Hans</i>“, „<i>Esel in der Mitte</i>“, „<i>Schweinchen ärgern</i>“, „<i>Dummer Junge</i>“, „<i>Affen tretzen</i>“, „<i>Affen tratzen</i>“ (schwäbische Mundart), „Affen reizen“ (<a href="%C3%96sterreich" title="Österreich">Österreich</a>), „<i>Männchen in der Soße</i>“ (badische Mundart) oder auch „<i>Tratzball</i>“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spielregeln">Spielregeln</h2></div>
<p>Das Spiel wird normalerweise im Freien gespielt, kann jedoch auch in der Halle stattfinden. Die drei Spieler stellen sich in einer Reihe auf:
Die Basisregeln des Spiels sind wie folgt:
</p>
<pre> A C B
</pre>
<p>A und B spielen einander einen Ball hin und her. Knaurs Spielbuch empfiehlt einen Abstand von 10 bis 15&nbsp;m.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Spieler in der Mitte (C) muss versuchen, den Ball im Flug zu erwischen. Damit dies nicht zu einfach ist, verändern A und B ihre Position ständig leicht. Wenn es C gelingt, den Ball zu fangen, darf er aus der Mitte heraus und vertauscht seine Position mit demjenigen Spieler, der den Ball zuletzt geworfen hat, z.&nbsp;B. A:
</p>
<pre> C A B
</pre>
<p>Nun ist Spieler A in der „Tretze“ und muss versuchen, sich durch Fangen des Balls daraus zu befreien. Die Außenspieler spielen konstruktiv, d.&nbsp;h., sie werfen so, dass der andere Außenspieler den Ball gut fangen kann. Der Ball darf beliebig geworfen werden, er kann auch auf dem Boden auftreffen oder, falls es die Situation erlaubt, sogar zugerollt werden. Das Spiel ist besonders lustig, wenn die Außenspieler den Ball so spielen, dass der Spieler in der „Tretze“ ihn gerade eben nicht erreicht. Deshalb werden Würfe im hohen Bogen eher vermieden, auch wenn es in den Spielregeln keine Strafe dafür gibt. Ein berührter, aber nicht gefangener Ball gilt nicht als gefangen.
</p><p>Das Spiel trainiert das Koordinationsvermögen aller drei Spieler und reizt zu Einfallsreichtum und ausgefallenen Würfen und Bewegungen.
</p><p>Bei mehr als drei Spielern stellen diese sich, mit Ausnahme dessen in der Mitte, näherungsweise im Kreis auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Varianten">Varianten</h2></div>
<ul><li>Bei vier (und mehr) Spielern können auch zwei (ggf. drei) Spieler in der Mitte stehen (dann wird es allerdings schwieriger, den Ball hin- und herzuspielen).</li>
<li>Statt eines Balls kann auch eine <a href="Frisbee" title="Frisbee">Frisbee</a>-Scheibe o.&nbsp;ä. geworfen werden.</li>
<li>Das Spiel kann auch im Wasser gespielt werden.</li>
<li>Das Spielfeld wird begrenzt und die Zuspielenden dürfen sich nur innerhalb der Markierung bewegen. Wird die Grenze übertreten, muss man <i>in die Mitte</i>.</li>
<li>Ab sechs Spielern kann der Pass zum direkten Nebenmann verboten werden.</li>
<li>Hat ein Spieler einen offensichtlich fangbaren Ball nicht gefangen und ist er anschließend vom Mann in der Mitte gefangen worden, so muss er auch dann in die Mitte, wenn nicht er den Ball zuletzt berührt hatte (instinktiv gerechter, kann aber schwierig auszudiskutieren sein).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>F. Dehmlow, <i>Turnspiele für Deutschlands Jugend</i>, Langensalza (Julius Beltz), 10. Aufl. 1929</li>
<li>W. Weiberg, <i>Fröhliche Spiele der Jugend. Aus der Jugendarbeit im Regierungsbezirk Hannover</i>, Hoya-Weser, Druck und Verlag G. Knauers Buchdruckerei (A. Petzold), 1929</li>
<li>Peter Thiesen, <i>Arbeitsbuch Spiel: Für die Praxis in Kindergarten, Hort, Heim und Kindergruppen</i>, Stam, 5. Aufl. 2004, ISBN 3-823-78059-X, S. 134</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">
<span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=r2qM_Ir5GB4C&amp;pg=PA148&amp;dq=%22Schweinchen+in+der+Mitte%22&amp;lr=&amp;as_brr=3&amp;client=firefox-a&amp;hl=de"><i>Freizeitwelten von Grundschulkindern, von Carsten Rohlfs.</i></a> books.google.de,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 31.&nbsp;Mai 2009</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ATretze&amp;rft.title=Freizeitwelten+von+Grundschulkindern%2C+von+Carsten+Rohlfs&amp;rft.description=Freizeitwelten+von+Grundschulkindern%2C+von+Carsten+Rohlfs&amp;rft.identifier=&amp;rft.publisher=books.google.de&amp;rft.date=">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">
<span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=3ZMJVetu9gcC&amp;pg=PA134&amp;dq=%22Neckball%22&amp;lr=&amp;as_brr=3&amp;client=firefox-a&amp;hl=de"><i>Arbeitsbuch Spiel&nbsp;: für Kindergarten, Hort, Heim und Kindergruppe, von Peter Thiesen.</i></a> books.google.de,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 31.&nbsp;Mai 2009</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ATretze&amp;rft.title=Arbeitsbuch+Spiel+%3A+f%C3%BCr+Kindergarten%2C+Hort%2C+Heim+und+Kindergruppe%2C+von+Peter+Thiesen&amp;rft.description=Arbeitsbuch+Spiel+%3A+f%C3%BCr+Kindergarten%2C+Hort%2C+Heim+und+Kindergruppe%2C+von+Peter+Thiesen&amp;rft.identifier=&amp;rft.publisher=books.google.de&amp;rft.date=">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Johanna Preetorius</i>: Knaurs Spielbuch, München 1953 Seite 96 (unter der Bezeichnung Neckball).</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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